Fairer Handel: Kaffee-Kultur, die allen gut tut

Der Faire Handel ist eine besondere Form der Handelspartnerschaft und hat auch in Deutschland eine Tradition, deren Anfänge bis in die 70er Jahre zurück reichen. Als Geburtsstunde gilt allerdings die Gründung der niederländischen Organisation Stichting SOS Werelshandel 1967. Deutsche Gruppen übernahmen 1970 das Konzept des alternativen Handels und 1975 riefen kirchliche Organisationen das Fair-Handelshaus Gepa ins Leben, das bis heute Produkte aus dem Fairen Handel anbietet. Ende der 80er Jahre entstand mit Transfair zudem eine Zertifizierungsorganisation, die international in der FLO (Fair Trade Labeling Organisation) eingebettet ist. Der übergeordnete internationale Dachverband ist die IFAT (International Federation of Alternative Trade).
Persönlicher Kontakt: Michael Pieper besucht die Kooperative zur Erntezeit

Ziele und Voraussetzungen des Fairen Handels

Die Ziele des Fairen Handels sind zweigeteilt. Einerseits stehen im Rahmen der Handelspartnerschaft langfristige und verläßliche Handelsbeziehungen zu den zumeist in Kooperativen organisierten Kleinproduzenten, sowie die Stärkung dieser Organisationen. So sollen ausgeschlossene und benachteiligte Kleinproduzenten als Akteure auf dem Weltmarkt eine Chance erhalten. Andererseits zählen auch Aufklärungs- und Bildungsarbeit in den Industrieländern selbst zu den Zielen, die den Verbraucher für den Fairen Handel sensibilisieren sollen. Es gibt zwar keine gesetzlichen Bestimmungen, die den Fairen Handel regulieren, doch die internationalen Verbände einigten sich auf Rahmenbedingungen und Mindestpreise. Neben langfristigen Handelsbeziehungen sollen von den Importeuren nach Bedarf Kredite für Teile der kommenden Ernte oder Projekte gewährt werden. Sind die Importeure Mitglied eines Verbandes, sind die Richtlinien bindend. Deren Einhaltung wird regelmäßig kontrolliert.

mi cafecito geht neue Wege im Fairen Handel

Bis 2005 sanken die Rohkaffeepreise bis zu einem Punkt, der die Wirtschaftlichkeit in Frage stellte und auch zu deutlichen Qualitätseinbußen führte. Bis dahin war die Teilnahme am Fairen Handel für die Kleinbauernkooperativen der einzige Weg existenzsichernde Einnahmen zu erzielen. Dieser garantierte mit bis dato 141 US $ für einen Zentner Rohkaffee aus kontrolliert biologischem Anbau Mindesteinnahmen, auch wenn die Kooperativen 5 US $ davon an den Dachverband FLO abführen mussten. Aber ebenfalls in den Industrieländern mussten die Importeure und Verarbeiter von Kaffee aus fairem Handel unter anderem Lizenzgebühren für jedes verkaufte Kilo Kaffee an TransFair Deutschland bzw. für die Einfuhr von Rohkaffee an den Dachverband FLO abführen.

Mi cafecito war Mitglied in beiden Organisationen – zahlte aber für die hohen Qualitäten stets einen deutlich höheren Preis an die Produzenten, als die Richtlinien es vorschrieben. So war es uns möglich stets die allerbesten Qualitäten zu erhalten. Aus gutem Grund haben wir auch immer mit Kooperativen zusammengearbeitet – denn nur diese Organisationsform garantiert, dass deren Mitglieder am Gewinn beteiligt sind. Seit 2006 steigen die Rohkaffeepreise stetig an und der Weltmarktpreis für gute Qualitäten hat inzwischen den garantierten Fairhandelspreis erreicht und zum Teil deutlich überholt – und das obwohl der Fairhandelspreis 2007 auf 151 US $ für einen Zentner angehoben wurde.

Mi cafecito war stets um faire Preise bemüht – sowohl für die Produzenten als auch für Sie als Verbraucher. Die Entwicklung auf dem Rohkaffeemarkt lässt nicht den Schluss zu, dass der Rohkaffeepreis in absehbarer Zeit wieder sinken wird. Zum einen sinkt die Weltproduktion – vor allem weil der größte Produzent Brasilien auf Zuckerrohr umstellt für die Herstellung von Ethanol und zum zweiten ist die Nachfrage auf dem asiatischen Markt deutlich angestiegen – was zu einem weltweiten Anstieg der Nachfrage um ca. 2% jährlich führt.

Mi cafecito ist aus diesem Grund neue Wege gegangen.
Wir sind aus beiden Organisationen – FLO und TransFair Deutschland – ausgetreten. Den Kooperativen wird per Vertrag weiterhin ein deutlich höherer Preis im Vergleich zum Fairhandelspreis bezahlt, aber die Kleinbauern bleibt die Abgabe der 5 US $ and die FLO erspart, sie können sie selbst behalten. Wir selber müssen keine Lizenz- und Zertifizierungsgebühren an TransFair Deutschland bezahlen und können die Preissteigerungen im Sinne der Verbraucher etwas niedriger halten.

Wir möchten für diesen „dritten Weg“ werben und auch um Ihr Verständnis bitten. Die Kooperative am Atitlan See zum Beispiel war darüber sehr erfreut, denn 5 US $ / Zentner – die sie sich sparen können sind für sie viel Geld.
Weitere Informationen zum Fairen Handel finden Sie unter www.transfair.org

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